Benutzerhinweise – Anschlagmittel

Benutzerhinweise – Anschlagmittel

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Lastaufnahmeeinrichtungen, mit denen auch im Schnürgang (durch Bildung einer Schlinge) gearbeitet werden kann, also z.B. Anschlagseile, Anschlagketten oder textile Anschlagmittel.

Gewicht der Last ermitteln:

Die Last an dem Lastaufnahme- und Anschlagmittel darf nicht höher sein, als sie auf dem Tragfähigkeitsanhänger für die verwendeten Anschlagarten und Neigungswinkel angegeben ist. Zur Ermittlung können unter anderem Lieferpapiere, Aufschriften an der Last, Gewichtstabellen z.B. bei Profilstahl usw., berechnen oder wiegen mittels Waage herangezogen werden.

 

Anschlagart bestimmen:

Die Last ist so anzuschlagen, dass sowohl eine Beschädigung der Last als auch des Anschlagmittels vermieden wird. Anschlagmittel können in unterschiedlicher Art an der Last angeschlagen werden:
– Anschlagart direkt mit Anschlagpunkten
– Anschlagart geschnürt (Schnürgang)
– Anschlagart umgelegt (Hängegang)

 

Lage des Schwerpunktes beachten:

Um die Last zu heben, ohne das sich diese verdreht oder umschlägt, muss sich der Kranhaken über dem Schwerpunkt der Last befinden. Weiterhin muss der Lastschwerpunkt unterhalb der Anschlagpunkte liegen.

 

Auf Symmetrie der Belastung = Verteilung der Anschlagpunkte zur Lage des Schwerpunktes achten

Wenn im Fall von mehrsträngigen Anschlagmitteln die Einzelstränge unterschiedliche Neigungswinkel aufweisen, tritt die größte Beanspruchung in dem Einzelstrang mit dem kleinsten Neigungswinkel auf. Im Extremfall wird ein senkrecht hängender Einzelstrang die gesamte Last tragen. Wenn im Fall von mehrsträngigen Anschlagmitteln die Anschlagpunkte nicht symmetrisch verteilt sind, darf ebenfalls nicht von der vollen Tragfähigkeit ausgegangen werden, da sich die Last ungleich auf die einzelnen Stränge verteilt.

 

Neigungswinkel beachten

Bei der Benutzung von mehrsträngigen Anschlagmitteln sollten die Anschlagpunkte und die Länge der Anschlagmittel so ausgewählt werden, dass sich Neigungswinkel im Bereich der angegebenen Tragfähigkeitskennzeichnung ergeben. Vorzugsweise sollten alle Neigungswinkel gleich sein und der Neigungswinkel mindestens 15° sein, weil die Last dann stabiler hängt und sich besser auf beide Stränge verteilen kann.

 

Keinesfalls darf der Neigungswinkel 60°, bzw. der Spreizwinkel 120° überschritten werden.

Zur Vermeidung größerer Neigungswinkel können Lasttraversen verwendet werden.

 

Mehrsträngige Anschlagmittel bei denen nicht alle Einzelstränge benutzt werden.

Werden bei Anschlagmittel nicht alle vorhandenen Stränge benutzt, so sind die losen Stränge in den Aufhängekopf zu hängen, damit sie sich nicht während des Hebevorganges unbeabsichtigt festhaken können. Entsprechend reduziert sich die Tragfähigkeit auf die benutzten Stränge.

 

Inbetriebnahme von Lastaufnahme- und Anschlagmitteln

Vor dem ersten Gebrauch eines Anschlagmittels ist sicherzustellen, dass das Anschlagmittel der Bestellung entspricht und die Kennzeichnungs- und Tragfähigkeitsangaben richtig zugeordnet wurden. Vor jedem Gebrauch sind die Anschlagmittel auf offensichtliche Mängel zu kontrollieren!

 

Vorgeschriebene Wartung und Prüfung

Anschlag- und Lastaufnahmemittel sind durch laufende Wartungen in einem betriebssicheren Zustand zu halten.

 

Lagerung von Anschlagmitteln

Wenn Anschlagmittel unbelastet am Kranhaken verbleiben, sollen die Anschlaghaken bzw. Ösen und Schlaufen in das Aufhängeglied zurückgehängt werden, damit sich die Gefahr des unbeabsichtigten Einhängens verringert. Anschlagmittel sollen auf einem dazu bestimmten Gestell gelagert werden. Nach Gebrauch sollen sie nicht auf dem Boden liegengelassen werden, wo sie beschädigt werden könnten.

 

Unterweisungspflicht – Restgefahr

Beim Heben von Lasten mit Anschlagmitteln ist die Person unter oder neben der Last gefährdet. Als Hersteller müssen wir Sie als Verwender darauf hinweisen, das es Restgefahren beim Umgang mit Anschlagmitteln gibt, insbesondere dadurch, dass die Verbindung vom Anschlagmittel zur Last nicht hinreichend sicher ist oder dass die Last nach dem Anheben pendelt und den Anschläger gefährdet. Abstürzende Lasten gefährden Personen und Güter.

 

Wann ist eine Kante scharf?

Kanten gelten als scharf, wenn der Kantenradius R der Last kleiner ist als:

• der Durchmesser des Seiles,
• die Dicke des Hebebandes oder der Rundschlinge,
• die Nenndicke der Rundstahlkette

Siehe auch DGUV Regel 100-500 (vormals BRG 500)